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FLOX

12.09.26 | 23:45 Uhr | Rathausplatz

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Seit mehr als zwei Jahrzehnten arbeitet der französisch-britische Musiker FLOX an seiner eigenen musikalischen Identität aus Roots-Reggae, Dub, Electro und Nu-Soul. Dabei ist für seine Liveauftritte und seine die Grenzen der Genres immer wieder erweiternden Produktionen bekannt geworden. Mit inzwischen acht Studioalben, unzähligen Auftritten in ganz Europa und über 180.000 monatlichen HörerInnen bei Spotify hat FLOX seinen eigenen Weg zwischen analoger Wärme und digitaler Präzision gefunden.

Sein im Februar 2026 erschienenes aktuelles Album "Thing In Itself" ist von Emmanual Kants "Ding an sich"-Konzept inspiriert worden

und wurde zu einer Reflexion über die Wahrnehmung, die Wahrheit und die Grenzen des Verstands. Wenn wir die Welt immer durch unsere eigene subjektive Linse sehen, wie können wir wahrhaftig mit anderen Menschen in Verbindung treten? 

Mit vielschichtigen Grooves, hypnotischen Rhythmen und einer reichen Klangpalette, widmet sich FLOX dem Spannungsfeld zwischen Individualismus und kollektiver Erfahrung. Das Album ist zugleich philosophisches Statement und musikalische Reise und bittet seine Hörer und Hörerinnen eindringlich, die Sichtweisen anderer als essentiell für jede Form von Einheit zu betrachten.

Zu den einzelnen Tracks auf dem neuen Album hat FLOX kurze Beschreibungen formulier:

Thing It Itself: es ist offensichtlich - jeder hört, aber wenige hören wirklich zu

Out of orbit: Das Leben ist nichts weiter als eine Reihe von Kontrollverlust-Episoden

Same song: So lange unsere Anführer und als Nutzvieh sehen, werden sich die gleichen menschlichen Tragödien wiederholen

Missed a bit of love: Ein Narzist kann per Definition Dinge nicht aus einer anderen Perspektive sehen

All in: Die Menscheit spielt Poker - und spiel Stack

Minister of high: Die Menschen haben sich schon immer berauscht. Wann werden sie es endlich zugeben?

Cheer me up: Wir existieren nur durch Andere

Into the deep: die Begierde sollte die einzige Antriebskraft des Daseins sein

Near me: Depressionen sind nicht so dramatisch - der Körper sagt dabei einfach nur: Ich weiß nicht wie es dir geht, aber ich nehme eine Pause

Mother: Achtung - Mutter Natur wird uns bald eine richtige Tracht Prügel verpassen

Viel Geduld, Präzision und Leidenschaft begleiteten immer Florian Grattons Weg, der ihn aus einem ganz anderen Lebensentwurf zur Musik führte. Er schloss ein Studium als Buchbinder an der renommierten École Estienne ab, als er noch mitten in einer Punk-Phase steckte und sich nicht vorstellen konnte, in diesem Metier für alte, bourgeoise Kunden zu arbeiten. Stattdessen nahm er einen Job bei einer US-amerikanischen Computerfirma an, und kaufte sich von den ersten 25.000 Francs Verdienst ein analoges 12-Spur-Aufnahmegerät.

An Entschlossenheit und klaren Entscheidungen mangelte es ihm nie. Schon seine von Franzosen und Berbern abstammende Mutter zeigte als Teenager diese Eigenschaften, als sie nach Großbritannien floh. Dort lernte sie einen irisch-englischen Schauspieler kennen und kehrte erst nach Frankreich zurück, als Mitterrand 1981 die Präsidentschaftswahlen gewann. Florian war damals elf Jahre alt und begann Schlagzeug zu spielen. Schritt für Schritt lernte er alle Musikinstrumente, die seinen Weg kreuzten: „Ich bin eher ein neugieriger als ein wirklicher Multi-Instrumentalist. Von jedem Instrument lerne ich nur, was ich wissen muss, um die Musik zu machen, die ich machen will. Es ist ein sehr fokussierter Lernprozess.“

Wer bei FLOX einen „klassischen“ Reggaeman-Weg erwartet, liegt falsch: sein erster Berührungspunkt mit der jamaikanischen Musik war die Band The Police, bevor er Linton Kwesi Johnsons Dub-Poetry kennenlernte: „Bob Marley bereicherte mein Leben genauso wie Pink Floyd“, so Florian. Mit zwanzig Jahren begann er in Bands zu spielen und zehn Jahre später leitete er eine 30-köpfige Perkussionistengruppe. Sein Ziel zu diesem Zeitpunkt war, sein erstes Album einzuspielen, bevor er 35 Jahre alt werden würde.

Zuerst wollte kein Label dieses erste Album veröffentlichen, bis Maxime Péron von Underdog Records FLOX‘ Demo ganz unten in einer Kiste bei einer anderen Plattenfirma fand. Noch in derselben Woche begannen französische Sender von Radio Nova bis FIP FLOX‘ Musik zu spielen. Heute umfasst sein Repertoire mehr als tausend Tracks, er arbeitet als Musikproduzent und für die Werbung.

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